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Weißer Ginster in der Wüste und in der Bibel

In der jüdischen Bibel (Tanach) wird der Weiße Ginster mehrfach erwähnt, jedoch findet im Neuen Testament von Martin Luther stets eine Übersetzung als "Wacholder" statt. Dieser Unterschied lässt sich auf das Fehlen des Weißen Ginster in Europa zurückführen. Trotz der gebräuchlichen Assoziation von Ginster mit sonnigen Mittelmeerlandschaften und knall-gelb blühenden Sträuchern, gibt es auch weißblühende Arten, zu denen der im Alten Testament erwähnte Ginster gehört.



Der Ginster in der Wüste: Symbolische Erwähnungen

Im Buch 1 Könige 19,4-5 wird der Prophet Elia in der Wüste unter einem Ginsterbusch Schatten suchend beschrieben. Ein Ginsterbusch ist oft der einzige Schattenspender in der felsigen, trockenen und öden Landschaft der Negev-Wüste. Die Bibel betont die Bedeutung des Ginsterstrauchs als Zufluchtsort und Ort der Erquickung.

"Er selbst ging eine Tagesreise weit in die Wüste hinein. Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich den Tod. Er sagte: Nun ist es genug, Herr. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Väter. Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein. Doch ein Engel rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss!"


Die Kraft der Ginsterkohlen: Holzkohlen aus der Wurzel

Der Psalm 120,4 spricht von "Ginsterkohlen", die in der Übersetzung von Martin Luther als nur als "Kohlen" erscheinen. Diese Holzkohlen werden aus den Wurzeln des Weißen Ginsterstrauchs gewonnen und speichern die Hitze langanhaltend. Die Bibel verwendet den Ginster als Symbol für Wärme und Schutz.

"HERR, errette meine Seele von den Lügenmäulern, von den falschen Zungen. Was kann mir die falsche Zunge tun, was kann sie ausrichten? Sie ist wie scharfe Pfeile von Kriegerhand und glühende Ginsterkohlen dazu."


Der Ginster als Nahrung in Zeiten der Not

In Hiob 30,2-4 wird beschrieben, wie die Ärmsten der Ärmsten die Wurzeln des Ginsters als Nahrung nutzen und sie abnagen. Die Frage bleibt offen, ob die giftigen Wurzeln als Quelle für Feuchtigkeit und Salz oder als Nahrungsquellegenutzt wurden. Oder vielleicht ist damit auch ein Schmarotzer an der Ginsterwurzel gemeint, der in der Wüste als Nahrungsquelle diente.

"Was sollte mir auch ihrer Hände Kraft? Geschwunden war ihre Rüstigkeit durch Mangel und durch harten Hunger; Leute, die das dürre Land abnagen, das Gras der Wüste und der Wüstenei. Sie pflücken Salzmelde im Gesträuch und Ginsterwurzeln sind ihr Brot."

Wurden diese giftigen Wurzeln somit als Quelle für Feuchtigkeit und Salz benutzt? Vielleicht ist aber auch ein Schmarotzer an der Ginsterwurzel gemeint, der in der Wüste als Nahrung diente.


Der Weiße Ginster: Biologische Merkmale und Verbreitung

Der Ginster der Bibel ist der Weiße Ginster (Retama raetam), der zur Familie der Schmetterlingsblütler gehört. Auf Hebräisch wird er "Rotem" genannt und wächst auf sandigen und steinigen Böden der Wüsten und Halbwüsten (Steppen). Seine Heimat erstreckt sich von Nordafrika über die Westsahara bis zum Sudan. Ebenso findet man ihn in Regionen wie Sizilien, der Sinai-Halbinsel, Israel, Jordanien und Saudi-Arabien. Der Ginsterstrauch in der Regel ein bis drei Meter hoch, ist salztolerant und besitzt extrem lange Wurzeln, die bis zu 20 Meter lang werden. Die Wurzeln erreichen somit das Grundwasser und ermöglicht dem Weißen Ginster das Überstehen langer Trockenperioden und Dürren.

Blütezeit und Fortpflanzung des Ginsterstrauchs

Die Blütezeit des Weißen Ginsters in Israel erstreckt sich von Ende Januar bis Anfang April. Interessanterweise blüht oft nur ein Teil des Strauchs, während der Rest völlig kahl bleibt. Die Samen des Ginsters sind gut in Hülsen verpackt. Um schneller zu keimen, sollten die Samen erst einmal durch den Magen von Grasfressern wie Klippschliefer, oder Steinbock gehen.


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