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Weißer Ginster der Wüste

Aktualisiert: 24. Nov. 2021


In der jüdischen Bibel wird der Weiße Ginster (Retama raetam) mehrfach erwähnt, aber von Martin Luther im Neuen Testament wird er immer als "Wacholder" übersetzt, da es in Europa keinen Weißen Ginster gibt. Wenn wir "Ginster" hören, denken wir meistens an Sonne, Mittelmeer, Urlaub und knallgelbe, blühende Sträucher soweit das Auge reicht. Es gibt aber auch weißblühende Arten, und zu denen auch gehört der Ginster, der im Alten Testament erwähnt wird.


Im Buch 1 Könige 19,4-5 geht der Prophet Elia in die Wüste und findet Schatten unter einem Ginsterbusch, der in dieser trockenen und öden Landschaft oft der einzige Schattenspender ist.

"Er selbst ging eine Tagesreise weit in die Wüste hinein. Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich den Tod. Er sagte: Nun ist es genug, Herr. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Väter. Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein. Doch ein Engel rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss!"


Der Psalm 120,4 spricht von „Ginsterkohlen“, die bei Martin Luther nur „Kohlen“ genannt werden. Holzkohlen aus Ginsterwurzeln speichern nämlich die Hitze sehr lange und sind deswegen sehr gut zum Kochen und Heizen geeignet. "HERR, errette meine Seele von den Lügenmäulern, von den falschen Zungen. Was kann mir die falsche Zunge tun, was kann sie ausrichten? Sie ist wie scharfe Pfeile von Kriegerhand und glühende Ginsterkohlen dazu."

"Was sollte mir auch ihrer Hände Kraft? Geschwunden war ihre Rüstigkeit durch Mangel und durch harten Hunger; Leute, die das dürre Land abnagen, das Gras der Wüste und der Wüstenei. Sie pflücken Salzmelde im Gesträuch und Ginsterwurzeln sind ihr Brot.". Hiob 30,2-4 beschreibt wie die Ärmsten der Ärmsten die Wurzeln des Ginsters abnagten. Wurden diese giftigen Wurzeln somit als Quelle für Feuchtigkeit und Salz benutzt? Vielleicht ist aber auch ein Schmarotzer an der Ginsterwurzel gemeint, der in der Wüste als Nahrung diente.


Der Ginster der Bibel ist der Weiße Ginster (Retama raetam) und er gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler. Auf Hebräisch heißt er "Rotem" und wächst auf sandigen, steinigen Böden. Der Weiße Ginster ist In den Wüsten und Halbwüsten Nordafrikas, sowie in der Westsahara bis zum Sudan zu Hause. Ebenso wächst er auch auf Sizilien, der Sinai-Halbinsel, in Israel, Jordanien und bis nach Saudi-Arabien. Der Ginsterstrauch ist in der Regel ein- bis knapp drei Meter hoch und ist auch sehr salztolerant. Ebenso verfügt er über extrem lange Wurzeln, die bis zu 20 Metern lang werden. Somit dringen die Wurzeln zu tief liegendem Grundwasser vor, wodurch auch lange Trockenperioden überstanden werden können. Die Blütezeit hier in Israel liegt zwischen Ende Januar und Anfang April. Sehr oft ist ein Teil des Strauches in voller Blüte, während der Rest völlig kahl bleibt. Die Samen des Ginsters sind gut in Hülsen verpackt. Zwecks schnellerer Keimung sollten diese dann erst einmal durch den Magen eines Klippschliefers, Steinbocks und anderer Grasfresser gehen.

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#WeißerGinster #Wachholder #MartinLuther


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