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Weißer Ginster der Wüste

Aktualisiert: Mai 7


In der jüdischen Bibel wird der Weiße Ginster (Retama raetam) mehrfach erwähnt, aber von Martin Luther aber immer mit "Wacholder" übersetzt, da es in Europa keinen Weißen Ginster gibt. Wenn wir "Ginster" hören, denken wir meistens an Sonne, Mittelmeer, Urlaub, und knallgelbe blühende Sträucher. Es gibt aber auch weissblühende Arten, und zu denen gehört der Ginster des Alten Testaments.

Nach 1Könige 19,4-5 geht der Prophet Elia in die Wüste und findet Schatten unter einem Ginsterbusch, dem oft einzigen Schattenspender in dieser trockenen Landschaft.

"Er selbst ging eine Tagereise weit in die Wüste hinein. Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich den Tod. Er sagte: Nun ist es genug, Herr. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Väter. Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein. Doch ein Engel rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss!"

Der Psalm 120,4 spricht von „Ginsterkohlen“ (bei Luther nur „Kohlen“ genannt) – Holzkohle aus Ginsterwurzeln speichern die Hitze sehr lange und sind deswegen sehr gut zum Kochen und Heizen eignet. "HERR, errette meine Seele von den Lügenmäulern, von den falschen Zungen. Was kann mir die falsche Zunge tun, was kann sie ausrichten? Sie ist wie Scharfe Pfeile von Kriegerhand und glühende Ginsterkohlen dazu."

In Hiob 30,4 ist vom Benagen der Wurzeln des Ginsters die Rede. Waren die giftigen Wurzeln eine für das Überleben der Ärmsten um Feuchtigkeit und Salz zu erhalten? Vielleicht ist auch ein Schmarotzer an der Ginsterwurzel gemeint der in der Wüste als Nahrung diente. "Was sollte mir auch ihrer Hände Kraft? Geschwunden war ihre Rüstigkeit durch Mangel und durch harten Hunger; Leute, die das dürre Land abnagen, das Gras der Wüste und der Wüstenei. Sie pflücken Salzmelde im Gesträuch und Ginsterwurzeln sind ihr Brot."

Der Ginster der Bibel ist der Weiße Ginster (Retama raetam), und er gehört zur Familie der Schmetterlingsblütler. Auf Hebräisch heißt er "Rotem" und wächst auf sandigen steinigen Böden. In den Wüsten und Halbwüsten Nordafrikas, von der Westsahara bis zum Sudan, Sizilien, der Sinai-Halbinsel, Israel, Jordanien und bis nach Saudi-Arabien ist der Weiße Ginster zuhause. Der der knapp 1 bis 3 Meter hohe Strauch ist sehr Salz-tolerant und verfügt über extrem lange Wurzeln von bis zu angeblich 20 Metern, die bis zu tief liegendem Grundwasser vordringen, so dass er auch lange Trockenperioden überstehen kann. Die Blütezeit hier in Israel ist zwischen Ende Januar bis Anfang April, und sehr oft ist ein Teil des Strauches in voller Büte, und der Rest völlig kahl. Die Samen sind gut verpackt in Hülsen und zwecks schnellerer Keimung sollten sie erstmal durch den Magen eines Klippschliefers, Steinbocks und anderer Grasfresser gehen.


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