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Timna: König Salomons Kupferminen im Negev

Auf geht es in die Wüste, genauer gesagt in den Negev. Langweilig, öde und Sand in den Schuhen? Nein, garantiert nicht in Timna. Hier gibt es spannende Geschichte zurück zu den Pharaonen Ägyptens, die ältesten Kupferminen der Welt, faszinierende geologische Formationen, tolle Landschaft verbunden mit Flora und Fauna einer Gesteinswüste. All dies kann man bequem in einer Blechdose mit Motor auf 4 Rädern, oder sportlicher auf Radwegen mit Mountainbike, und auf Schusters Sohlen entlang gut markierter Wanderwege erleben.



Timna Logistik


Die allermeisten Busse von Eilat Richtung Norden halten an der Abzweigung an der Schnellstraße Nr.90. Von dort sind es gut 1,5 Kilometer bis zum Eingang. Im Besucherzentrum sollte man sich über die Rad- und Wanderwege beraten lassen (auf Englisch). Dort gibt es auch Mountainbikes zu leihen, nur zu Fuß – dafür ist der 60 km² große National Park zu weitläufig. Die meisten Wanderwege sind keine Rundwege, und somit muss man planen wo man Rad oder Auto abstellt und die eigene Fitness sowie die Tagestemperatur berücksichtigen. Am einfachsten ist es natürlich mit Guide und Bus unterwegs zu sein, weil man dann eben unabhängig von Start und Ende ist. An verschiedenen Stellen gibt es Dixi-Toiletten und Wasserauffüllstationen.



Hut, Wandersandalen – besser noch geschlossene Wanderschuhe, Wasser und Sonnencreme sind das ganze Jahr Pflicht. Persönlich empfehle ich einen Besuch ab Ende Oktober bis Ende April – denn die südliche Negev-Wüste ist nun mal heiß.

Pflanzen aller Art sind strikt geschützt, darum pflücken untersagt. Bitte auch nicht versuchen Wildtiere anzulocken oder gar zu füttern. Steinböcke und Gazellen, sowie Vögel, Echsen, Skorpione und Schlangen kann man ganzjährig antreffen - darum besser geschlossene Wanderschuhe. Von den Raubtieren wie Wölfe, Schakale, Hyäne und Co. sieht man entweder nur Kot oder Pfotenabdrücke, sie lassen sich fast nie blicken.


Bevor man nun zum Wüstenerlebnis aufbricht, als Einführung sich den Film auf Deutsch anschauen.



Was gibt es zu sehen?


Der erste Stopp ist der Spiralen-Hügel, eine geologische Sandsteinformation. Das Gestein in Timna ist etwa 900 bis 600 Millionen Jahre alt. Bei Magmaausbrüchen bildeten sich Granit und anderes plutonisches Gestein. Vor etwa 235 bis 65 Millionen Jahren entstand der Sand- und Kalkstein aus Sedimenten des Ozeans. Über Millionen Jahre hinweg, durch Überschwemmungen der Wüste und auch etwas durch die Winde, erodierte der weiche, meistens rötliche Sandstein – hier zu einem spiralförmigen Hügel. Übrigens, die rote Farbe ist Eisenoxid – ganz einfach Rost.



Auf der anderen Straßenseite liegt der Timna Berg mit einer stolzen Höhe von 772 Metern. Er ist ein Granitklotz, mit Sand- und Kalkstein darüber. Zwischen den weicheren gefalteten Schichten um den Horst und dem hart freiliegenden Granit begann sich ein ringartiger kleiner Kanal zu entwickeln. Im Laufe der Millionen von Jahren vertiefte sich der Kanal, während die Kalkstein- und Sandsteinfelsen vom Granitkern zurückgingen und ein Tal bildeten – das Timna Tal, das durch die sich zurückziehenden Klippen begrenzt war.


Ein Stück weiter führt der Weg zum „halben Pilz“ und zur Aussicht über das Tal. Weiter geht es zum berühmten Pilz und den sage und schreibe bis zu 5000 Jahre alten Kupferschmelzöfen – den ältesten der Welt. Hier sollte man unbedingt sich erst einmal die Erklärungen (teilweise auch auf Englisch) anschauen, um zu verstehen was hier an Archäologie vor einem liegt. Wie konnte man vor ein paar Tausend Jahren 1100 Grad Celsius erzeugen, denn Kupfer schmilzt nun mal erst bei 1083 Grad? Dafür müssen Sie selber herkommen, ich verrate nicht alles!


Schon von weitem ist die Sandsteinformation Pilz erkennbar und definitiv eines der populärsten Fotomotive.



Geradeaus weiter geht es zu den „Arches“ – Bögen im Gestein, und wer Energie hat ist eingeladen hier zu klettern, gute Aussicht ist oben garantiert! Auch hier gibt es Jahrtausende alte Kupferminenschächte (nicht mehr zugänglich für die Besucher).



Alternativ kann man auch vom Pilz nach Norden abbiegen um dann zu den Felszeichnungen der Steinböcke und ägyptischen Streitwagen („Chariots“,) zu bewundern, die etwa aus der Zeit als Moses die 12 Stämme Israels aus Ägypten führte (1300Jahre vor der Zeitrechnung), stammen.


Im südlichen Teil Timnas befinden sich die vertikalen Salomon Säulen - die hat der König vermutlich nie zu Gesicht bekommen, denn es lag außerhalb seines Reiches. Gleich nebenan gibt es einen kurzen Kletterweg zu ägyptischen Hieroglyphen und einer Aussicht, und gleich dahinter liegt der Hathor Tempel, der ägyptischen Göttin der Minenarbeiter.



Vorbei an der Sandsteinform der Sphinx geht es zum künstlichen See. Hier gibt es zivilisierte Toiletten, ein Restaurant, Souvenirgeschäft und natürlich eine Abfüllstation mit farbigen Sandsteinsand, mit dem man sich kleine Glas- oder Plastikfläschen selber füllen kann. Unbedingt darauf achten während des Füllens das Gefäß nicht zu schütteln, mit den Fingern den Sand fest eindrücken und dann gut mit Lehm zu verschließen.


Unweit von hier steht auch eine Nachbildung der Stiftshütte, denn es ist gut möglich das Moses und die Stämme Israels in ihren 40 Jahren der Wüstenwanderung auch in der Nähe der Minen lagerten um die Infrastruktur hier nutzen zu können.




Der Eilat-Stein aus Salomons Kupferminen

Vielleicht haben Sie schon einmal vom Eilat-Stein gehört. Überall in der Welt wo Kupfer Erze vorhanden sind, gibt es auch die Halbedelsteine Azurit (blau) und Malachit (grün). Hier in den antiken Kupferminen tritt er sehr häufig als Mischform in blau-grün auf, das unterscheidet ihn von anderen Azurit- und Malachit-Vorkommen. Warum sich also nicht aus Timna oder Eilat so ein kleines Schmuckstück des Eilat-Steins aus den ältesten Kupferminen der Welt als Erinnerung mitnehmen?



Weitere Details auf der Timna Park Webseite – Timna ist auch häufiger in meinen Gruppenreisen inkludiert, schauen Sie gerne mal auf Mitreisemöglichkeiten“.


#timna #salomonskupferminen #negevwüste

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