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Steppenschnecken – Überlebenskünstler der Wüste

Aktualisiert: Mai 22


Wenn wir an Schnecken denken, haben die einen begehrte Leckerbissen im Kopf, während die Gartenfreunde sie schlichtweg nur als Ungeziefer sehen das ihre Pflanzen schädigt.

Kaum einer glaubt, das man diese schleimigen Kreaturen von Schnecken auch in der Wüste antrifft, aber die Familie der Steppenschnecken (Sphincterochilidae) - auch Wüstenschnecken genannt – ist als wahrer Überlebenskünstler hier in der Wüste zuhause. Die Sphincterochila boissieri ist endemisch und tritt in den Halbwüsten und Wüsten Israels auf, allerdings richtet sich die Natur nicht nach den Grenzen der UNO, und somit ist sie ebenso im Westjordanland und Nordosten des Sinai zu finden.


Schnecken sind Weichtiere und somit auch Verwandte der Muscheln, Tintenfische und Kraken. Ihre Entwicklung begann wohl vor ca. 500-600 Millionen Jahren.

Diese Schnecke, zurückgezogen in ihrem Haus ruhend, Sonne und Hitze bis 70 Grad ausgesetzt, überlebt hier durchaus mehrere Jahre ohne Futter und Wasser. Nur im Winter und nach dem Regen sind die Steppenschnecken für etwa 20-25 Tage pro Jahr aktiv um zu Fressen, sich zu Paaren und zum Eierlegen. Den Rest der Zeit verbringen sie im Ruhezustand und während der heißen Periode im Sommerschlaf eingegraben im Boden. Im Negev graben sie sich 1-5 cm ein, am Toten Meer aufgrund der höheren Temperaturen bis zu 10 cm. Einige verstecken sich auch unter Steinen.


In so macher zoologischen Ausstellung waren lange tot-geglaubte Steppenschnecken nach Jahren zum Leben erwacht - einfach weil mal mit einem feuchten Lappen Staub gewischt wurde!

Die schnee-weißen Gehäuse von 1-4 cm sind kugelig und reflektieren ca. 90% der Sonnenstrahlung. Das Gehäuse ist unten durch ein weißes Epiphragma verschlossen, das nach jeder Regenperiode erneuert wird.

Die Steppenschnecken ernähren sich von Algen und Flechten im Löss Schlamm nach Regenfällen, wo sie dann den Boden "abgrasen". Häufig sieht man sie auf Pflanzen, die sie aber nicht fressen, sondern hinauf klettern um beim Regen und Überschwemmungen nicht zu ertrinken. Also definitiv kein Schädling für die Vegetation.


Unser kleiner weißer Held ist sexuell ein Zwitter, aber selbstverständlich befruchtet es sich nicht selbst, sondern paart sich zwecks genetischer Vielfalt. Mal spielt das Tier Weibchen, ein anderes mal Männchen, je nach Lust und Laune.

Einige Nagetiere haben die kleinen Schnecken zum Fressen und Trinken gern: Unter anderem die Stachelmaus und der Wüstenschläfer, denn von den durchschnittlichh 4,5 Gramm ohne Schneckenhaus sind bis zu 85% Wasser und maximal 11% Eiweiß. Somit gerade in der Sommerhitze schnell mal eine Schnecke als Durstlöscher zu sich nehmen.


Werden Schnecken in der Bibel erwähnt? Na klar, im Psalmen 58: "Sie vergehen wie die Schnecke verschmachtet; wie eine unzeitige Geburt eines Weibes sehen sie die Sonne nicht." Ein nicht gerader schmeichelhafter Kommentar....


Darf ich Sie einladen sich meine Stadtführungen in Tel Aviv und Jerusalem, samt Reisetipps, anzuschauen?

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