• Israel Reiseleiter

Radfahren in Tel Aviv

Aktualisiert: Feb 26

Auch wenn „Big Orange“ nur so 50 Quadratkilometer groß ist, alles zu Fuß abklappern wird dann schon anstrengend. Darum ist das Fahrrad eine praktische und umweltfreundliche Variante um Tel Aviv zu erobern.


Gerade im Covid-19 Jahr wurden viele Kilometer Radwege hinzu gebaut, und ständig werden es mehr – wir sind noch nicht Münster, aber langsam werden wir hier konkurrenzfähig. Auch die Tempo 30 Zonen sind massiv ausgeweitet worden, und gut erkennbar an der Markierung auf dem Asphalt.

Wo bekomme ich mein Rad her?

Zahlreiche Pensionen und Hotels haben kostenlose Räder für ihre Gäste, meistens nach dem Prinzip, wer zuerst kommt – Glück gehabt. Denn im Allgemeinen ist die Nachfrage deutlich größer als das Angebot. Weiterhin gibt es zahlreiche Fahrradgeschäfte mit Verleih-Option, sowie reine Verleiher, die online gebucht werden können und am Schabbat und Feiertagen geöffnet sind, zum Beispiel: Polepostion oder Bikerental Allenby


Eine weitere Möglichkeit sind die grünen städtischen Tel-o-Fun Räder. Allerdings sollte man sich hier unbedingt das „Kleingedruckte“ durchlesen, denn sonst kann daraus schnell ein teurer Spaß werden. Hier einmal das Wesentliche: Man benötigt eine internationale Kreditkarte (EC-Karte geht nicht), als Sprache Englisch wählen, als ID Nr. eine 9-stellige Nummer der Wahl eingeben, Handy Nummer (sollte bitte die richtige sein), 4-stelliger Code nach persönlicher Wahl. Den Beleg aus dem Automaten gut aufbewahren um eventuelle Probleme lösen zu können.


Daran denken das in der Grundgebühr von 17 ILS (23 am Schabbat/Feiertag) nur 30 Min inkludiert sind. dann Rad kurz anschließen und nach 5 Minuten wieder neu nehmen. Wird Rad über 2 Stunden nicht mal kurz geparkt fängt es an richtig teuer zu werden. Denn diese Räder sind für Einheimische gedacht um mal schnell irgendwo hinzukommen, und nicht für Touristen im Tagesverleih. Zum erneuten los-schließen am Automaten immer Kreditkarte und nicht den Bar-Code nehmen, denn mit dem gibt es mitunter Macken.

Die absolute Mehrheit der israelischen Räder hat keine Rücktrittbremse, sondern am Lenker rechts eine Hinterrad-, und links eine Vorderradbremse (die nur im Notfall zusammen mit der Hinterradbremse verwenden). Darum es langsam angehen lassen, bis man sich an die Lenkerbremsen gewöhnt hat.


E-Bike, Scooter, Segway & Co

Sehr populär bei Einheimischen und Gästen sind die Zweiräder mit E-Motor – ich mag sie gar nicht! Einmal besteht für alle eine Helmpflicht, und Tel Aviv ist flach wie ein Pfannkuchen – somit eine Standardgangschaltung reicht locker aus. Sofern die Batterie nicht integriert ist, muss man sie bei jedem anschließen rausnehmen und mit sich rumtragen – wie unbequem. Und wichtig: Fahren auf Fußwegen ist strikt verboten, wird man erwischt sind ILS 250 fällig, hat man keinen Helm, dann kommen noch einmal ILS 250 hinzu (insgesamt € 130)


Die wichtigsten Regeln

Bevor man nun in die Pedalen tritt und sich die Mittelmeerbrise um die Nase wehen lässt, hier die wichtigsten Vorschriften:

1. Fahren auf dem Fußweg verboten, aber Polizei und Knöllchenverteiler der Stadt tolerieren es bei nicht motorisierten Scootern und Fahrrädern, sofern kein Radweg vorhanden ist. Allerdings ist absolute Rücksicht auf Fußgänger notwendig, und beim Unfall hat dann der Radfahrer Schuld.

2. Helmpflicht für Kinder immer, und bei allen E-Motor Varianten auch für Erwachsene.

3. Handynutzung verboten, ILS 1000 Bußgeld

4. 2 Ohrstöpsel verboten (einer ist erlaubt), ILS 250 Strafe

5. Als Fußgänger auf dem Radweg gehen kostet ILS 100, wird fast nie verhängt

Radtour auf eigene Faust oder lieber eine geführte Tour?

Das ist Geschmackssache, allerdings viele der preisgünstigen Gruppentouren sind mehr eine sportliche Aktivität, und nicht eine Besichtigungstour. Eine geführte Besichtigungstour sollte maximale Größe von 8, besser nur 6 Teilnehmern haben. Noch besser natürlich eine private Tour, wobei die persönlichen Interessen, das Tempo und Pausen individuell angepasst werden. Vorteil ist, dass der Guide selbstverständlich die optimale Radstrecke kennt und der Teilnehmer es dadurch deutlich bequemer und informativer hat.

Hier mal der Link zu einer Radweg-Karte (leider nur auf Hebräisch). Die Farben bedeuten bestehende Radwege, Radwege geplant/im Bau, gefährliche Straßen. Rosa Bereich ist ein Hügel, während dunkel rosa auf eine Absperrung/Baustelle oder enge Passage hinweist, und hellblau markieren dieTempo 30 Zonen.

Und jetzt, auf geht’s, denn der Drahtesel benötigt immer einen kräftigen Tritt, und keine Gnade für die Wade!


Lust auf eine gefürhte Radtour mit mir? Dann schauen Sie sich bitte mal die Touren auf meiner Webseite an.

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