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Das Gartengrab in Jerusalem: Authentisches Grab Jesu oder Ort der Stille?

Autorenbild: Israel Reiseleiter
Israel Reiseleiter
13. Sept.
3 Min. Lesezeit

Wo liegt das wahre Grab Jesu? Ist es die historische Grabeskirche in der Altstadt von Jerusalem oder das idyllische Gartengrab außerhalb der Stadtmauern? Ein Blick auf Archäologie, Geschichte und die faszinierende Entdeckung von General Gordon.


Grabhöhle am Gartengrab in Jerusalem
Die Grabhöhle am Gartengrab

Gartengrab vs. Grabeskirche: Auf der Suche nach Golgatha

Die Frage nach dem tatsächlichen Ort der Kreuzigung und Auferstehung Jesu bewegt Pilger und Historiker seit Jahrhunderten. Während die traditionelle Grabeskirche in der Altstadt von den meisten historischen Kirchen als authentischer Ort verehrt wird, bietet das Gartengrab in Jerusalem eine eindrucksvolle protestantische Alternative und eine Oase der Besinnung.


Die Entdeckung durch General Charles Gordon (1883)

Im Jahr 1883 stieß der britische General Charles George Gordon (bekannt als Heldenfigur von Khartum und ehemaliger Gouverneur im Sudan) auf eine Felsformation nördlich des Damaskustores. Gordon war überzeugt, hier den echten Golgatha-Hügel gefunden zu haben.Als wesentlichen Hinweis sah Gordon die auffällige Felswand, deren Formation an einen menschlichen Schädel erinnert. Mit etwas Fantasie lassen sich Augenhöhlen, Nasenrücken und Mund erkennen (der Bereich des „Mundes“ wurde allerdings bei Bauarbeiten für die benachbarte Busstation in den 1950er Jahren teilweise zerstört).


Da der Name Golgota auf das aramäische Wort Golgotha bzw. das hebräische Gulgolet (für „Schädel“) zurückgeht, schloss Gordon, dass dies der in den Evangelien beschriebene Hinrichtungsort sein müsse:

  • "Und als sie an die Stätte kamen mit Namen Golgatha, das heißt: Schädelstätte" (Mt. 27,33)

  • "Und sie brachten ihn zu der Stätte Golgatha, das heißt übersetzt: Schädelstätte.(MK. 15,22)

  • ",,,, und er trug selber das Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha." (Jh 19,17).


Der Fels mit dem Antlitz Jesus am Gartengrab in Jerusalem
Das Gesicht im Felsen: Augen und Nase

Historische Vorläufer der Theorie

Gordon war jedoch nicht der Erste mit dieser Vermutung: Bereits 1842 äußerte der deutsche Theologe Otto Thenius diese Vermutung. Später schlossen sich auch die Forscher Claude Reignier Conder (1870) und Fisher Howe (1871) dieser Ansicht an.


Um das Geländestück zu sichern und zu erhalten, wurde 1894 im Vereinigten Königreich die Garden Tomb Association (Gartengrabvereinigung) gegründet, die das Areal erwarb.


Was sagt die moderne Archäologie?

Unter Archäologen und Historikern herrscht heute weitgehend Konsens darüber, dass das Gartengrab höchstwahrscheinlich nicht das Grab Jesu aus dem 1. Jahrhundert ist.


Archäologische Befunde (u. a. von Gabriel Barkay) deuten darauf hin, dass die Höhle bereits in der Eisenzeit (8.–7. Jahrhundert v. Chr.) gehauen und in byzantinischer Zeit wiederverwendet wurde. Der Benediktiner und Archäologe Bargil Pixner urteilte:„Das sogenannte Gartengrab […] nördlich des Damaskustores ist zwar ein attraktiver Platz für Meditation und Gebet, aber aus archäologischen und historischen Gründen als Stätte der Kreuzigung und des Begräbnisses Jesu indiskutabel.“


Wissenschaftlich betrachtet gilt die Grabeskirche als der realistischste Ort für Golgatha und das Grab Christi. Zur Zeit Jesu im 1. Jahrhundert lag auch dieses Areal außerhalb der damaligen zweiten Stadtmauer Jerusalems, was den biblischen Berichten entspricht.

Tür zum Gartengrab in Jerusalem
Das Grab ist leer

Bedeutung für die protestantische Welt

Für die protestantischen und evangeliikalen Kirchen, die in der historischen Grabeskirche keine Besitztümer oder liturgischen Rechte halten, wurde das Gartengrab zu einem geschätzten Ort der Andacht. Hier steht nicht die prunkvolle Architektur im Vordergrund, sondern das visuelle Erlebnis eines leeren Felsengrabes in einem Garten:

  • Das leere Felsengrab: Eine Grabhöhle mit zwei Kammern. An den Wänden finden sich eingeritzte Kreuze aus byzantinischer Zeit (4.–7. Jahrhundert n. Chr.).

  • Die antike Weinpresse ist eine der größten Weinpressen in der Region Jerusalem. Zusammen mit dem großen Wasserreservoir in unterirdisches Zisternen, weist das auf die landwirtschaftliche Nutzung des Areals hin. "Es war aber an der Stätte, wo er gekreuzigt wurde, ein Garten und im Garten ein neues Grab, in das noch nie jemand gelegt worden war." (Jh. 19,41)

  • Ein muslimischer Friedhof sich oberhalb der Felswand mit der Schädelformation - ein Zeichen eines Jahrhunderte alten Beerigungsortes.


Eine Oase der Ruhe in Jerusalem

Der liebevoll gepflegte, blühende Garten mit schattigen Sitzgelegenheiten und zwitschernden Vögeln bietet Besuchern einen wohltuenden Rückzugsort abseits des hektischen Treibens der Altstadt. Nach vorheriger Anmeldung können Gruppen hier persönliche Gottesdienste und Abendmahlsfeiern im Freien abhalten.


Besucherinformationen & Lage

Adresse: Conrad-Schick-Straße, nördlich des Damaskustores (zwischen der Schmidt-Mädchenschule und der École Biblique). Aktuelle Öffnungszeiten, Informationen zu Gruppenanmeldungen und Führungen finden Sie direkt auf der offiziellen Website: https://gardentomb.com/

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  • Trip Advisor Israel Reiseleiter Ushi Engel
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