• Israel Reiseleiter

Eilat: Korallen, Fische & Co

Aktualisiert: Mai 31

Ja, die Korallenriffe des Great Barriers in Australien, der Amazonasmündung Brasiliens, das Belize Barrier oder das Tubbataha Riff der Philippinen sind alle viel größer als Eilat – aber wer sagt denn das Größe gleich Qualität und Artenreichtum sind? Schließlich weist unser Eilat Riff über 270 Korallenarten und um die 650 Fischarten auf - das nenne ich mal klein, aber fein!

Durch Naturkatastrophen und Zerstörung durch den Menschen sind viele Korallenriffe weltweit nicht mehr existent oder kämpfen ums Überleben. In Eilat ist die Geschichte genau anders rum: Aus ein paar mickerigen Korallen und einzelnen bunten Fischen wurde durch gezielten Naturschutz, Nachzucht und Auswilderung über Jahrzehnte hinweg ein kleines, aber gesundes und artenreiches Korallenriff aufgebaut. Und noch wichtiger: Es wächst kontinuierlich! Und nach Eilat fliegt man gut 4 Stunden, die Konkurrenz ist deutlich weiter weg von Europa.



Korallenriff


Das Korallenriff befindet sich südlich vom Hafen und Delfinriff, entlang der Straße die zum ägyptischen Grenzübergang führt. Sollten sich einmal Korallen entlang des Nordstrandes, oder am Metallgestänge der Hafenanlagen ansiedeln, werden sie liebevoll eingesammelt und am Riff wieder in die Natur gelassen – nur somit ist ihr Schutz und ihre Entwicklung gewährleistet.

Korallenriffe bilden sich in Meeren des Tropengürtels mit einer Temperatur zwischen 18 und 29°C, das aber nicht mehr als 5°C schwankt. Eine Ausnahme, die die Regel bestätigt: Das Mittelmeer mit einigen Exemplaren. Über 29°C kommt es zum „Bleichen“– ein Abbau der Einzeller aus dem Skelett und der Tod der Korallen. Gefahren wie ins Meer strömende vulkanische Lava, Erdbeben, Wirbelstürme, oder periodische Erwärmung des Ozeans (El Nino) verursachen Bleicheffekte, und führen zu großflächiger Zerstörung.


Korallen benötigen nahrungsarmes Wasser mit wenig Futter für Algen, da die das Sonnenlicht für die Korallen blockieren würden. Der Tidenhub darf nur minimal sein, sonst würde die Koralle der Hitze der Sonne ausgesetzt und verbrannt, während bei Flut nicht genügend Licht die Kreaturen erreicht. Die Tiere brauchen eine feste Felsbasis im Wasser, aber auch Schiffswracks und Pipelines werden oft akzeptiert.


Der optimale Salzgehalt liegt zwischen 30 und 45 g/l. Deshalb verursachen Süßwasserflüsse Passagen im Riff. Abhängig von der Empfindlichkeit des Sonnenlichts am Standort treten Korallen normalerweise bis zu einer Tiefe von 30-50 m auf.


Unser Korallenriff ist ein sogenanntes Saumriff, entlang der Küste des Roten Meeres. Darüber hinaus gibt es weltweit noch Barriere- und Plattformriffe, sowie Atolle.

Korallen


Korallen existieren seit etwa 500 Millionen Jahren und sind damit eine der ältesten Art der Tierwelt. Da Korallen oft aussehen aus wie Pflanzen auf dem Meeresboden und nicht wie Tiere, werden sie mitunter „Blumentiere“ genannt, und man spricht sogar von „Korallengärten“. Quallen und Korallen sind entfernte Verwandte, beide filtern kleinste Lebewesen (Mikroplankton) aus dem Wasser, und somit sind sie keine Vegetarier.

Unterschieden wird zwischen Weich- und Hartkorallen. Die Letzteren bilden durch Kalkeinlagerungen Skelette, die dann zu Riffen heranwachsen. Abgestorbenes Skelettmaterial wird permanent von lebendigen Korallen besetzt, und somit dehnt sich das Riff aus. Die einzelnen Skelette sind pflanzenartig verzweigt, an deren Spitzen farbenprächtige Polypen sitzen. Weichkorallen lagern keinen Kalk ein, halten sich aber mit kleinsten Kalknadeln am Untergrund fest. Sie haben die schönsten Farben und bizarrsten Formen, und haben häufig wirklich Formen wie eine Pflanze. Nachdem sie sterben, werden sie zu Fischfutter.


Übrigens, alle Korallen extrahieren bei Berührung ein Gift aus ihren Tentakeln, das Gift dient der Verteidigung und der Beute. Die scharfen Kanten der Korallen verursachen Schnitte, die aufgrund des injizierten Giftes nur in Zeitlupe heilen, sich leicht infizieren, und im Einzelfall sogar mal tödlich ausgehen. Somit die Tiere keinesfalls berühren, denn das kann sie schwer verletzen.


Bunte Fische des Riffs


Warum sind die Fische der Riffe so farbenfroh? Die Streifen, Bänder und Flecken unter Wasser erscheinen den potenziellen Räubern als zerbrochene Bilder oder zweiköpfig - infolgedessen greift ein Fressfeind sie oft an ihrem Schwanz an und der Fisch entkommt. Die Flecken ähneln oft großen Augen, und der Angreifer glaubt einen viel größeren Fisch vor sich zu haben, und ihn Wegschwimmen bringt. Arten kommunizieren untereinander oder mit anderen Arten mit ihrer Farbe oder Farbänderung, übermitteln Nachrichten über Alter, Geschlecht, Paarungsbereitschaft, manchmal ein Indikator das der Fisch schläft oder Angst hat, drohen „bin gefährlich" oder "bin nicht essbar".

Um besser durch die Enge des Riffs zu schwimmen und dort zu fressen, oder um dort Schutz vor Fressfeinden zu haben, ist eine "scheibenförmige" Figur hilfreich, der normal geformte Fisch muss eben draußen bleiben.


Gefährliche Fische für den Menschen sind der Steinfisch (Flossen oder Wasserschuhe anhaben!), Kugelfisch, Rotfeuerfisch und Drückerfisch (wenn er seine Eier verteidigt).


Tauchen & Schnorcheln


In Eilat gibt es zwei Möglichkeiten die Korallen und die dazu gehörenden Fische zu erleben: Als trockene Variante das Unterwasserobservatorium, und der Korallenriff Nationalpark nebenan zum Schnorcheln und Tauchen im Roten Meer. Tauchen und schnorcheln ist selbstverständlich das beeindruckendere Erlebnis, aber leider nicht für jedermann geeignet.


Zum Tauchen benötigt man eine Ausbildung mit Zertifikat, und nicht jeder Schwimmer fühlt sich wohl außen parallel zum Riff entlang zu gleiten, und unter sich den Meeresboden nicht mehr sehen zu können. Am Innenriff und über dem Riff selber darf aufgrund der zu geringen Wassertiefe nicht geschnorchelt werden, denn die Verletzungsgefahr für die Tiere (und den Menschen) ist zu hoch. Wer also noch nie geschnorchelt hat, sollte sich Flossen, Brille und Schnorchel leihen, und dann erst einmal etwas üben im tiefen Wasser: Die Brille wieder aufsetzen, den Schnorchel raus und wieder rein nehmen in den Mund, oder mal kurz tauchen. Einige Tauchbasen bieten auch Schnorchel-Exkursionen für Anfänger und Fortgeschrittene an.


Lohnen tut es sich garantiert, denn was kann schöner sein als einem Fisch, mit Glück sogar einer Meeresschildkröte, einem Hai oder Tintenfisch wortwörtlich auf Augenhöhe zu begegnen? Oder mit „Nemo“ (Anemonenfisch) zu spielen, der dann ganz mutig aus der Seeanemone hervorkommt, um dann bei der kleinsten Bewegung heldenhaft zu seiner schützenden Anemone flüchtet.


Anemonenfische mit ihrer Seeanemone, Eilat
"Nemo" höchstpersönlich - Anemonenfische mit ihrer Seeanemone

Das Rote Meer empfindet man als kalt, und daher ist insbesondere im Winter und Frühjahr, aber auch im Sommer und Herbst, ein Neoprenanzug beim Schnorcheln empfehlenswert.

Tauchen sollten man niemals alleine, und am besten sich geführten Tauchexkursionen anschließen, die gibt es bei Shulamit sogar auf Deutsch. Hier kommt man dann entsprechend seiner Taucherfahrung zu den geeigneten und interessantesten Plätzen, einschließlich Schiffswracks – es gibt so an die 25 Tauchplätze, einschließlich eines Treffpunktes der Delfine.


Unterwasserobservatorium


Das gute 45 Jahre alte Schmuckstück von Eilat, das Coral World Unterwasserobservatorium ist garantiert immer einen Besuch wert, und nicht nur für die Wasserscheuen.

In einem zirkularen Großraum Aquarium hat man das Riff und seine Bewohner wortwörtlich vor der Nase, auch das Korallenkrankenhaus (das ist kein Witz!) lohnt einen Besuch, und in vielen weiteren Aquarien werden Korallen und Fische detailliert vorgestellt. Im Außenbereich sind die Meeresschildkröten zur medizinischen Behandlung und Auswilderung, aber auch verletzte Tiere zur Zucht, zu sehen. Eine der Hauptattraktionen ist das Becken der Haie und Rochen, wo man die Tiere auch mal von unten zu Gesicht bekommt…

Ins Meer wurde 1976 der Turm des Unterwasserobservatoriums gebaut, und drum herum wurde eine künstliche Riffbasis gebaut, an der sich die Korallen über Jahrzehnte hinweg ansiedeln, und es heute fast genauso wie das natürliche Riff im Korallenschutzgebiet aussieht. Durch gezielte Zucht und Auswilderung wurde dies erreicht.


Tickets können online oder an der Kasse gekauft werden, ich empfehle die günstige Variante für Erwachsene einschließlich deutschsprachigen Audio-Guide, oder einen qualifizierten Reiseleiter. Mit Kindern ist überlegenswert gleich noch das Ocenarium hinzu zu buchen.


Und nun unbedingt die Unterwasserwelt Eilats für den nächsten Besuch einplanen, und vielleicht schon mal einen Taucherkurs besuchen, oder schnorcheln im Schwimmbecken üben. Die Meeresbewohner erwarten Euch schon sehnsüchtig. Wie wäre es mit einer privaten Tagestour in Tel Aviv und/oder Jerusalem? Bitte besuchen Sie einmal meine Webseite.

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