Berg der Seligpreisungen: Ort der Bergpredigt am See Genezareth

Kaum ein Ort im Heiligen Land ist historisch und spirituell so bekannt wie der Berg der Seligpreisungen. Doch lassen Sie sich vom Namen nicht täuschen: Wer hier ein alpines Massiv erwartet, wird überrascht sein. Der idyllische Hügel mit der berühmten Kirche liegt malerisch nordwestlich des Sees Genezareth – auf etwa 35 Metern unter dem Meeresspiegel.
Die biblische Bedeutung: Die Bergpredigt nach Matthäus und Lukas
Nach der Überlieferung im Matthäusevangelium (Mt 5) stieg Jesus auf diesen Hügel, um seine Jünger und die nachfolgenden Volksmengen zu unterweisen. Die dort gesprochenen Verse zählen zu den bekanntesten Passagen des Neuen Testaments: "Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich ist ihr. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, so sie daran lügen. Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel wohl belohnt werden. Denn also haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind."
Neben der Bergpredigt wird der Ort traditionell auch mit der Erwähnung der zwölf Apostel verknüpft, wie sie im Lukasevangelium beschrieben ist: "Es begab sich aber zu der Zeit, dass er auf einen Berg ging, um zu beten; und er blieb die Nacht über im Gebet zu Gott. Und als es Tag wurde, rief er seine Jünger und erwählte zwölf von ihnen." (Lukas 6:12-13)
Die Architektur der Kirche der Seligpreisungen: Antonio Barluzzis Meisterwerk
Im Jahr 1937 errichtete der renommierte italienische Vatikan-Architekt Antonio Barluzzi auf dem Hügel die heutige Kirche der Seligpreisungen. Der Bau besticht durch seine durchdachte Symbolik, die Architektur und Theologie gekonnt miteinander verbindet:
Achteckige Bauform - jede der acht Seiten steht für eine der acht Seligpreisungen der Bergpredigt. Regionale und sakrale Baustoffe - dunkler Basalt spiegelt das heimische Gestein rund um den See Genezareth und die neue Heimat Jesu wider. Heller Kalkstein in der Kuppel erinnert an die Herkunft Jesu aus Nazareth, ein Kalksteingebiet. Die Säulen des Säulengangs bestehen aus Travertin – eine direkte bauliche Brücke zu den sakralen Bauten Roms und zum Vatikan.
Von der umlaufenden Galerie des Baus aus bietet sich Besuchern ein spektakulärer Panoramablick über das gesamte Becken des Sees Genezareth und die umliegenden Areallandschaften Galiläas.
Gartenanlage, Bodenmosaike und das Pilgerhospiz
Vor dem Kircheneingang befinden sich aufwendige Bodenmosaike mit biblischen Motiven. Die weitläufige, gepflegte Gartenanlage mit mediterranen Pflanzen, blühenden Bougainvilleen und schattenspendenden Fikus-Bäumen lädt zur Besinnung und zum stillen Gebet ein. Auf dem Gelände steht zudem ein modernes Pilgerhospiz, das Reisenden aus aller Welt Unterkunft bietet.
Wandertipp: Auf dem Feldweg nach Tabgha
An der Rückseite des Kirchengeländes führt ein reizvoller Feldweg hinunter nach Tabgha (Gehzeit ca. 30 Minuten). Besonders empfehlenswert ist die westliche Route entlang schattiger Olivenplantagen. Der Weg führt direkt gegenüber der historischen Brotvermehrungskirche und der Primatskirche St. Peter an den Ufersaum des Sees.

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