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Bauhaus in Tel Aviv - die weiße Stadt

Aktualisiert: Mai 7


Nachdem das Nazi Regime die letzte Bauhaus Schule in Berlin 1933 schloß, gingen viele der Architekten ins Ausland, die Juden unter ihnen kamen in das britische Mandatsgebiet Palästina. Im erst 1909 gegründeten Tel Aviv konnten sie ihre architektonischen und zionistischen Visionen verwirklichen: Eine neue Gesellschaft, sozialistisch und frei von europäischen Zwängen. Das war der Beginn der weißen Stadt Tel Aviv.


In den Jahren von 1930 bis zur Staatsgründung 1948 wurden in Tel Aviv von über 130 verschiedenen Architekten um die 4,000 Bauhäuser errichtet, viele davon Flüchtlinge aus Nazi-Deutschland. Allerdings haben nur fünf Architekten in Weimar oder Dessau selber studiert. Heute stehen über 1,500 Bauhäuser unter Denkmalschutz, viele sind renoviert – aber zu viele warten leider immer noch darauf.


In Europa wurde über den neuen Stil gespottet "Schuhkarton neben Schuhkaton" - aufgrund der ganz geraden Rechteckformen. Hier in Tel Aviv heißt es "Wäschekommode mit aufgelassenen Schubladen neben Wäschekommode mit offenen Schubladen" - gemeint sind die Balkone, wo es nicht immer ganz so ordentlich aussieht.


Einige der typischen Bauhaus Elemente mussten den hiesigen Bedingungen angepaßt werden. Große horizontale Fensterfronten, das charakteristische Element vom Franzosen Le Corbusier, waren untauglich im heißen Klima, sie wurden ersetzt durch kleine Fenster und lange schmale Balkone. Zwecks besserer Luftzirkulation hatten die Balkonfronten Schlitze. Die Häuser hatten Erdgeschoß und 2-3 Stockwerke darüber. Die Flachdächer dienten zur Entspannung der Wohngemeinschaft und zum Wäsche trocknen, mitunter auch als Gemüsedachgarten. Die Außenwände waren Waschputz oder Kratzputz, selten aus Steinputz. Viele der Häuser hatten einen weißen oder sehr hellen Anstrich und dies gab Tel Aviv den Namen die "weiße Stadt".

Der bekannte Architekt Erich Mendelsohn führte Rund-Ecken und Balkone ein, und insbesondere Eckhäuser sahen häufig aus wie der Bug eines Schiffes. Die Treppenhäuser hatten "Bullaugen"- oder "Fieberthermometer"-Fenster.


Bedingt durch das sogenannte "Transfer Abkommen" zwischen der NSDAP und den jüdischen Organisationen in den Jahren 1933 bis 1939, importierten die Architekten und Bauherren außer Wasser und Sand alles an Baumaterial: Holz, Kacheln, Sanitärbedarf, Fenster und Türen, sowie das Glas dazu, und sogar den Zement. Sie vertrauten auf den ihnen bekannten Produkten und sahen die einheimischen Materialien als minderwertig an.

Wo kann man Bauhäuser am besten sehen? Ich mag sehr gerne die Häuser entlang am Rothschild Blvd. sind, und meine Bauhaus Touren beinhalten die frühe und mittlere Bauhausperiode der dreißiger Jahre. Beliebt ist auch die Gegend um den Dizengoff Platz herum, aus der späteren Periode. Weiterhin in der Bialik Straße und Umgebung, hier aus den 1920 Jahren, und mit Art-Deco Elementen.


Darf ich Sie einladen sich meine Touren Tel Aviv-Jaffa anzusehen?

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