• Israel Reiseleiter Ushi

Dormitio Abtei auf dem Zionsberg

Aktualisiert: 6. Dez 2019


Die Dormitio Abtei (Spitzname "Kaiser-Wilhelm-Pickelhaube-Kirche") dominiert die Skyline des Zionberges, von weitem sieht man die die graue Bleikuppel und den Kirchenturm. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort "dormi" (schlafen) ab und bezieht sich auf die Entschlafung Marias, der Mutter Jesus.


Im Neuen Testament ist die Entschlafung (Tod) Marias nicht erwähnt, und das externe Jakobus Evangelium ist eine der Quellen. Maria soll auf dem Zionsberg im Kreise der Apostel verstorben sein, und wurde dann am Ölberg, nahe Gethsemane, begraben. Eine spätere Tradition verlegt den Ort des Todes und Begräbnisses nach Ephesus in der Türkei.

Geschichte

Vermutlich errichteten Judenchristen eine Kirche am Ort des Abendmahlsaales. Die Byzantiner erbauen die Hagia Zion Basilika im 4-5. Jahrhundert, allerdings wird sie bereits 614 durch die Perser zerstört. Die Kreuzfahrer errichten im 12. Jahrhundert die riesige Santa Maria in Monte Sion Kirche, auch sie steht nur kurz und wird nach dem Ende des ersten Kreuzfahrerreiches (1187) durch die Muslime dem Erdboden gleich gemacht.

Nachdem am Reformationstag 1898 Kaiser Wilhelm II. die evangelische Erlöserkirche einweihte, gibt er aus "political correctness" das Grundstück dem Deutschen Vereins vom Heiligen Lande. Der Architekt ist der Kölner Heinrich Renard, und die Kirche wird erst 1910 eingeweiht. Benediktiner und der Verein vom Heiligen Land betreuen bis heute diese Kirche.

Oberkirche:

Das Apsis-Mosaik zeigt Maria als Mutter Jesus, neben Maria sind die Buchstaben "Mater" und neben Jesus "Theos" – Maria ist Theo Tokus. Jesus hält ein offenes Buch "Ich bin das Licht der Welt" (Joh. 12:46). Die acht jüdischen Propheten Jesaja, Micha, Jeremias, Jezekiah, Ezekiel, Zecharias und Daniel kündigen aus christlicher Sicht an "siehe die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären, und sein Name wird Immanuel sein" (Jes. 7:14).


Das Fußboden-Mosaik wurde vom Benediktiner Mauritius Gisler 1932 ausgeführt. Die Ringe im Zentrum stellen die Dreifaltigkeit dar, der zweite Ring sind die jüdischen Propheten, der Dritte die Apostel und der äußerste die 12 Tierkreiszeichen (heidnisch). Die sechs Seiten-Kapellen sind gewidmet dem Benedict, Heiligen Drei Könige mit den Bischöfen von Köln, Maria als Schutzpatronin Bayerns, Bonifatius den Apostel der Deutschen, Johannes den Täufer, und Josef mit den Königen von Judah.

Krypta:

Im Zentrum liegt die entschlafende Maria, im Kuppelmosaik darüber ist Jesus. Umgeben ist er von sechs wichtigen Frauen des Alten Testaments: Eva, Ruth, Miriam, Yael, Esther, und Judith.

Die Altäre sind den Spendernationen Österreich, Ungarn, USA, Brasilien, Venezuela, und Elfenbeinküste gewidmet.


Logistik:

Gäste sind zu den Gebetszeiten herzlich willkommen um mit zu beten und an Sonn- und Feiertagen an der Messe auf Deutsch teil zu nehmen, genaue Uhrzeiten auf der Webseite.

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